Über uns

Wir sind der Literaturkurs "kreatives Schreiben" und müssen mittwochs bis zur 10. in der Schule bleiben. Das können wir so gar nicht leiden, doch es lässt sich nunmal nicht vermeiden. Alles besser als Kunst, Orchester und Musik, doch nun Schluss mit der Kritik. Mit Frau Janssen hatten wir schon viele schöne Stunden, und haben diese mit Bravour überwunden. Unsere Gruppen sind verschieden, doch das Oberthema ist geblieben. So manchen ist es wohl bekannt, wir haben es "Die Liebe" genannt!

Mittwoch, 29. Februar 2012

Alltag?

Ich durchstöbere voller Langeweile diverse Ordner meiner Mitteilungen im Handy. Bei den Vorlagen angekommen, entdecke ich zuerst die üblichen „Komme später“ und „Bin gerade im Meeting“ -Vorlagen. Doch dann stoße ich auf eine SMS-Vorlage, die mich wirklich verstört: „Ich liebe dich auch.“. Brauchen wir denn heutzutage für die großartigsten und bedeutungsvollsten Worte, die man einem Menschen mitteilen kann wirklich eine SMS-Vorlage? Wollen wir uns nicht einmal die Mühe machen und –je nach Schreibgeschwindigkeit- ein paar wenige Sekunden aufwenden, um unsere Gefühle auszudrücken? Ich frage mich außerdem, wer diese Vorlagen nutzt. Meine erste Assoziation war ein gestresster Geschäftsmann im Anzug und mit Aktenkoffer, der diese Vorlage zwischen einem Meeting und dem darauf folgenden Hotelzimmertreffen mit einer jungen, hübschen Frau an seine Ehefrau verschickt. Abgesehen davon, dass ich die SMS schneller geschrieben hätte, würde ich sie selber tippen, finde ich es eine Frechheit die Worte „anderer“ zu benutzen, um jemandem das Gefühl zu geben, er sei eine der wichtigsten Personen in meinem Leben. Eine SMS-Vorlage nimmt doch völlig den Wert dieses Satzes. Wir lassen uns manchmal mehrere Monate Zeit, bevor wir das erste Mal „Ich liebe dich“ zu jemandem sagen. Dabei fliegen dann alle möglichen Tiere in unserem Körper herum, weil dieseWorte so viel offenlegen und verändern können. In schriftlicher Form sollte es eigentlich nicht anders sein, wobei natürlich diverse Sinne nicht angesprochen werden. Die Bedeutung sollte sich dabei allerdings nicht verändern. Bei einem Geständnis wie diesem sollte man jede Silbe genau so meinen und sie nicht nur so dahersagen. So bleibt nur inständig zu bitten, dass niemand diese Vorlage benutzt, wenn er wirklich meint, was er da schreibt. 

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