Beziehungen. Ich rede hier nicht von einer Vater-Sohn- oder Schüler-Lehrer-Beziehung. Ich meine
partnerschaftliche Beziehungen, die mit richtig viel Liebe und so.
Ich fange mal ganz vorne an, im Kindergarten. Es soll ja diese Kinder geben, die schon mit
3 Jahren ihre erste Beziehung haben. Die Entstehung einer solchen Beziehung
könnte wie folgt aussehen:
„Ich mag dich“
„Ich mag dich auch“
„Willst du meine Freundin sein?“
„ja“
und dann laufen
die beiden Hand in Hand durch die Welt.
Ich finde das ziemlich süß und viele denken sich
vielleicht „Ach, das ist doch keine Beziehung.“ Aber das finde ich nicht. Es
geht dann weiter in der Grundschule, vielleicht mit einem Zettel auf dem steht:
„Willst du mit mir gehen?
ja [ ] nein [
] vielleicht [ ] Kreuze an.“
Das gefällt mir ziemlich gut, denn es ist einfach nur
unkompliziert. Klug wäre natürlich die Option des „vielleichts“ wegzulassen, dann hat der Antragsteller
nämlich sofort Gewissheit.
Schauen wir weiter auf den Anfang der Pubertät. Ein
13-jähriges Mädchen ist total verknallt in einen Jungen aus ihrer Klasse. Sie
überlegt die ganze Zeit, ob er sie auch mag. Sie startet erste Flirtversuche.
Geht er darauf ein, kann schon wenige Tage später eine Beziehung daraus
entstehen. Falls nicht, wird sie sich eventuell schon bald in einen anderen
Jungen verlieben.
Kommen wir nun zu einem etwas schwierigerem
Themenabschnitt und einem Alter von etwa 16-18 Jahren. Hier gibt es vermutlich,
wie auch schon in der Phase davor, viele individuelle Unterschiede. Aber bei
den meisten wird es wohl spätestens jetzt kompliziert. Man redet mit dem „Objekt
der Begierde“, hinterfragt vielleicht wie gut man zusammen passt, kommt sich
erst einmal näher bevor eine Beziehung entstehen soll. Viele Versuche werden scheitern,
doch einer könnte sich auch weiterentwickeln, zu Freundschaft oder eben einer
Beziehung. Hier scheiden sich jetzt meine diversen Geister. Es gibt das Extremum Beziehungstyp 1 bei dem die Beziehung auf Vertrauen, Akzeptanz, Toleranz und
vielleicht einer guten Portion Mut oder Humor basiert. Der Partner wird ein Wegbegleiter, der den
Lebensweg angenehmer macht. Man bleibt allerdings man selbst und kein „Wir“. Auf
der anderen Seite gibt es das Extremum Beziehungstyp 2 (natürlich gibt es auch noch Wege zwischen den Extremen), bei dem die Beziehung augenscheinlich
einfach nur auf Naivität und Blauäugigkeit aufgebaut ist. Man findet sich halt
ganz nett, ist anfänglich sehr verliebt und hat nur noch Augen für das neue,
aufregende „Spielzeug“. Man vergisst wie wichtig Freunde sein können, Familie,
Hobbies. Man vernachlässigt die vorher so wichtigen Dinge, fixiert sich auf die
„große Liebe für immer und ewig“, entwickelt sich vom „ich“ zum „wir“ und die
Beziehung wird zur Priorität.
Wer ganz hoch oben auf Wolke Sieben schwebt, kann
allerdings auch sehr tief fallen. Dann steht plötzlich nicht mehr das große
Glück da, sondern man wird mit Enttäuschung, Herzschmerz und tausend Fragen
konfrontiert. Und sollte man Beziehungstyp 2 gewesen sein, kommen jetzt die
großen Probleme. Vielleicht haben die alten Freunde sich jetzt in eine ganz
andere Richtung entwickelt, sie haben viel erlebt während man selbst die so
süßen Pärchendinge gemacht hat. Man bemerkt, wie abhängig man sich gemacht hat,
wie schwierig es ist alleine zu sein. Und dann sind da ein paar große
Fragezeichen. Wieso habe ich das gemacht? Wieso ist es nicht einfach so schön
geblieben wie in den ersten Tagen? Wie soll es jetzt bloß weitergehen?
Man macht sich in einer Beziehung verletzbar, man gibt
einem vorher fremden Menschen Macht über die eigene Person, weshalb jede
Beziehung großes Vertrauen braucht. Wie sehr man sich dann in die Hände eines
anderen geben möchte, muss jeder selbst abwägen. Es bleibt immer ein Risiko.
Das andere Extrem wäre dann die Bindungsangst. Man hat
große Angst verletzt zu werden, alleine da zustehen. Man will die alleinige
Macht über sich selbst haben. Doch so kann keine Beziehung funktionieren. Dass
Beziehungen endlich sind ist unabänderlich und so muss jeder, der eine
Beziehung führen möchte, ein Stück weit den eigenen, geradlinigen Weg verlassen
und einen Schritt in Richtung des anderen machen. Und wer das tut, kann es auch vom Partner erwarten. Man muss nicht sein eigenes Leben aufgeben und das
eines anderen „mitleben“ , um in einer Beziehung glücklich zu sein.
Vermutlich funktioniert weder das eine noch das andere
Extrem so, dass man in einer Beziehung zugleich alt und glücklich werden kann.
Klar ist, dass es Menschen gibt, die im Alter in einer glücklichen Beziehung
sind. Es gibt also eine Möglichkeit, einen Mittelweg zwischen den Extremen.
Diesen Weg zu finden ist wahrscheinlich nicht einfach,
aber die Hoffnung auf die Möglichkeit ist doch recht beruhigend.
MERKE: -
Beziehungen sind endlich
-
Nicht jede Beziehung macht dich glücklich
-
Du musst dich bewegen damit du das Gleiche auch
von deinem Gegenüber erwarten kannst
-
Es gibt einen Weg, du musst ihn nur finden
-
Ob man diesen Weg durch Suchen finden kann..weiß
ich nicht
-
Kläre deine Beziehungskisten am besten mit einem
Ankreuzzettel der nur die Möglichkeiten ja [
] oder nein [ ] enthält.
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